Interview mit Kitesurfer Bruno Sroka
Der momentane Kitesurf-Weltmeister Bruno Sroka öffnet uns im Interview mit uns auf Fuerteventura sein Herz. Er erzählt von seinen Ursprüngen als Kiter, wozu man seine Prominenz nutzen sollte und vieles mehr.
Was machst Du, wenn Du nicht gerade kitest?
Bruno: Äh... das ist mein Job! Ich kite immer... Ne, im Ernst, was anderes mache ich eigentlich wirklich nicht. Selbst, wenn ich nicht auf dem Wasser bin, hat alles mit dem Kiten zu tun.
Berichte uns von Deinen Anfängen im Wassersport!
Bruno: Eigentlich bin ich ja Sportlehrer und in dem Job habe ich auch gearbeitet. Zu der Zeit war ich mehr Wintersportler und auf dem Wasser habe ich erste Erfahrungen beim Windsurfen gesammelt. 1999 habe ich dann mit meiner damaligen Freundin zusammen das Kiten angefangen. Wir sind zusammen in die Bretagne, also ans Meer gezogen. Wir sind viel gereist und so kam dann irgendwie das eine zum anderen.
Wer ist für dich der wichtigste Kitesurfer und warum?
Bruno: Einen einzelnen kann und will ich da gar nicht nennen. Ich mag aber total Kiter wie Kevin Langeree, Youri Zoon und Alberto Rondina. Die Jungs sind super und vermitteln dem Sport das richtige Image. Die sind cool, aber nicht welche von diesen obercoolen Typen, die immer nur feiern wollen. Die nehmen die Sache ernst, trainieren hart und bringen einfach die richtige Message rüber. Von den Mädels finde ich Steph Bridge oder auch Gisela Pulido klasse. Für die zählt genau das gleiche. Die sind einfach super professionell. Gisela ist noch total jung, aber tierisch erfolgreich und das liegt an der harten Arbeit – aber sie mag einfach was sie tut, deswegen zählen diese Kiter für mich absolut zu sehr wichtigen Sportlern.
Was willst du unbedingt einmal machen, bald oder irgendwann?
Bruno: Das, was ich mache, mache ich aus Überzeugung. Ich mache nebenher viele Projekte um das Kiten herum. Ich möchte nicht nur das Kiten als Lebensgefühl übermitteln, ich sehe es auch als meine Aufgabe an, Frieden in die Welt zu bringen. Etwas anderes möchte ich auch gar nicht. Ich finde, man sollte die Chance nutzen, wenn man Jemand ist, eine gewisse Botschaft in die Welt herauszubringen. Das ist was ich mache und was ich immer machen will.
Wie sieht die Kitesurf-Szene in zehn Jahren aus? Und wo siehst Du dich persönlich?
Bruno: In zehn Jahren sehe ich das Kiten sehr professionell. Der Trend geht ja auch langsam dahin. Sobald Kiten erstmal olympisch ist, wird es einen wahnsinnigen Zuwachs bekommen. Es fangen immer mehr Menschen an, sich dafür zu begeistern, das ist toll! Ich hoffe einfach, dass auch Sponsoren und Investoren das große Potenzial dieser Sportart entdecken und vielleicht weniger Geld in die Fußball-, Tennis- oder Formel-1-Branche stecken. Mich selbst sehe ich in zehn Jahren immer noch in der Kiterszene. Ob nun noch als Aktiver-Sportler oder als jemand, der einfach noch Projekte durchführt oder als Trainer ... alles ist möglich, das wird man dann ja sehen.
Rituale: Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor? Gibt es Glücksbringer? Quellen der Inspiration, Unterstützung?
Bruno: Nein, vor einem Rennen muss ich mich einfach nur konzentrieren. Konzentrieren und fokussieren, in die richtige Stimmung kommen. Wenn ich in ein Rennen gehe, dann will ich das auch gewinnen. Da kann mein Gegner mein bester Freund sein, das zählt dann nicht.
Was war - gefühlt - dein größter Erfolg und welches deine größte Niederlage?
Bruno: Die Titel, besonders natürlich, als ich Weltmeister wurde! Und die Kap Horn Umrundung, die ich als erster Kitesurfer gemacht habe. Das waren 186 km in weniger als zehn Stunden in einem der gefährlichsten Gewässer der Erde.
Bruno: Maui, Hawai’i. Es ist wundervoll, wunderschön da. Da sollte man mal gewesen sein.
Mit welcher Person würdest Du gern mal für einen Tag tauschen?
Bruno: Ich würde gerne mal mit jemandem tauschen, der die Welt mit einem Segelboot umrundet. Es muss einfach traumhaft sein, wenn man sich auf einem kleinen Boot auf offenem Meer von dem Wind und den Wellen treiben lässt. Eins sein mit der Natur und nichts um sich herum zu haben, das wär toll.
Drei Dinge ohne die Du nicht auskommst, die du immer bei Dir hast?
Bruno: Als wirklichen Gegenstand habe ich immer meinen Fotoapparat dabei, ohne den gehe ich nirgendwo hin! Außerdem habe ich immer meine Träume bei mir. Ich bin ein sehr realistischer Mensch, nicht falsch verstehen, aber ich find es total schön, wenn man sich mitten am Tag mal zurücklehnt und vor sich hinträumt. Wenn ich am Abend einschlafe, habe ich auch immer das Meeresrauschen im Ohr. Und die dritte Sache, die ich sicher immer bei mir habe ist jede Menge Sand – in jeder einzelnen Tasche *lol*
Interview von Jennifer Hollack
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