Interview mit Kitesurfer Sebastian Bubmann
Kitesurfer Sebastian Bubmann erzählt im Interview von seinen Anfängen an der Flensburger Förde, peinlichen Erlebnissen am Nordkap und darüber, warum es in seinem Sport keine Verlierer gibt, solange man Spaß auf dem Wasser hat.
Erzähl uns von Deinen Anfängen im Kitesurfen! Wie bist Du dazu gekommen?
Ich war seit meinem 6. Lebensjahr beim Segeln. Dann kam das Windsurfen und 2001 sah ich dann die ersten Kitesurfer an meinem Homespot, der Flensburger Förde. Sie hatten bei 4 Windstärken mächtig Spaß und sind deutlich höher gesprungen, als wir auf den Windsurfern ohne Welle. Von da an war mir klar, ich muss diesen Sport lernen!
Hast Du Vorbilder? Was macht für dich einen „herausragenden“ Kitesurfer aus?
Ich denke, dass Aaron (Hadlow, Anm. der Red.) einen geilen Style hat und immer wieder innovative, neue Tricks zeigt. Aber im Endeffekt muss jeder seinen eigenen Style finden und sich selber darüber definieren! Ich mag es, wenn ich flaches Wasser habe und meine Tricks sehr kraftvoll ausführen kann.
Was machst Du, wenn Du nicht gerade Kitesurfen bist?
Ich bin an der TU München im Studiengang Technologie- und Managementorientierte BWL eingeschrieben.
Ziele für diese Saison? Ziele überhaupt?
Die Saison ist so gut wie vorbei. Aber ich will diesen Winter nach Canada und Alaska, um dort den besten Powder aller Zeiten zu Snowkiten!
Wo siehst Du das Kitesurfen in 10 Jahren? Und wo siehst Du dich persönlich?
Mich sehe ich mit 31 wahrscheinlich mitten im Berufsleben. Das Kitesurfen wird eine Kombination werden... aus hohen Sprüngen mit Kiteunterstützung und radikalen Kiteloops und Wakestyle in den Wettkämpfen, Kites die durch ein Minimum an Fahrkönnen schon voll kontrollierbar sind und auch sehr leicht komplett gedepowert werden können, ohne dabei vom Himmel zu fallen.
Rituale: Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor?
Laute Musik auf dem MP3 Player ist immer gut, um mental in Fahrt zu kommen und alles zu geben auf dem Wasser! Dann ein bisschen aufwärmen und max. 10 Minuten Kiten vorher. Noch drei Stunden zu trainieren ist genauso sinnvoll, wie vor einer Klausur auf Krampf alles zu lernen.
Was war –gefühlt- dein größter Erfolg? Was deine größte Niederlage?
Der Sieg über Mario Rodwald 2006 bei der Deutschen Meisterschaft war der größte Erfolg. Meine größte Niederlage?! Keine Ahnung... Man kann bei unserem Sport nur gewinnen, solange man auf dem Wasser Spaß hat!
Was war das Peinlichste, was Du je erlebt hast?
Am Nordkap bin ich vor einem Mädel wie ein Hund durch den Schnee gekrochen und habe eine Flasche mit Whiskey gesucht, die ich vorher dort im Schnee versteckt habe. Als ich mich umgedreht habe, war das Mädel weg und ich hab noch nicht mal die Flasche gefunden...
Mit welcher Person würdest Du gern mal für einen Tag tauschen?
Mit der Person, die noch zu jung ist, um sich viele Gedanken zu machen und Entscheidungen zu treffen, die aber schon alt genug zum Feiern in Clubs ist.
Was ist „wahrer Luxus“?
Glücklich zu sein im Leben... ohne materiellen Luxus!
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