Interview mit Kitesurferin Annika Sellin
Die Kitesurferin Annika Sellin verrät uns im Interview, wie ihr stressiger Alltag aussieht und warum sie zunächst ihre Eltern mit ihre sportlichen Leidenschaft schockte.
Was machst Du, wenn Du nicht gerade Kitesurfen bist?
Ich gehe gern Reiten und mache Geräteturnen, ansonsten habe ich allerdings eine 38 Stunden-Woche und arbeite als Industriekauffrau im Bereich Logistik.
Erzähl uns von Deinen Anfängen im Kitesurfen? Wie bist Du dazu gekommen?
Zum Kitesurfen bin ich wie viele Mädels durch meinen Freund gekommen, der mir das 2004 auf Fehmarn beigebracht hat. Ich habe mit dem Naish x2 und einer Wipika Freeair gelernt (lacht).
Meine Eltern haben eigentlich nicht viel mit Wassersport zu tun. Seid sie gemerkt haben, dass ich immer mehr vom Pferderücken aufs Kiteboard gerutscht bin, mussten sie sich erstmal darauf umstellen. Mittlerweile konnte ich sie auch dafür begeistern und sie drücken mir bei jedem Wettbewerb kräftig die Daumen.
Gibt es Vorbilder? Was macht für dich einen „herausragenden“ Kitesurfer aus?
So ein wirkliches Vorbild habe ich eigentlich nicht – ich finde ein herausragender Kitesurfer sollte neben seinem sehr guten Fahrkönnen und dem Training auch immer noch Spaß auf dem Wasser haben.Ziele für diese Saison? Ziele überhaupt?
Für die Saison 2009: Ich würde natürlich gerne Deutsche Meisterin werden – eine Chance dazu hätte ich vom Punktestand her – ich muss jetzt auf Fehmarn noch einmal richtig Gas geben! Ansonsten möchte ich bis nächstes Jahr viele neue Tricks lernen und neben der deutschen Meisterschaft auch einen Stop der PKRA oder KPWT mitfahren.
Wo siehst Du das Kitesurfen in 10 Jahren?
Ich kann mir vorstellen, dass sich im Bereich Freestyle noch einiges tut, besonders weil auch immer mehr Kinder früher mit den Kiten anfangen. Das Race ist laut Gerüchten in der Überlegung olympisch zu werden - vielleicht wird das ja klappen...
Rituale: Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor? Quellen der Inspiration, Unterstützung?
Ich habe viel Unterstützung durch meinen Freund, der ja selbst auch mitfährt und mir in vielen Sachen hilft. Ansonsten habe ich kein Ritual, nur eine Eigenart – ich fahre mich nicht gerne vor dem Heat warm. Meistens klappt es irgendwie besser, wenn ich direkt in den Heat reinfahre.
Was war –gefühlt- dein größter Erfolg? Was deine größte Niederlage?
Mein größter Erfolg war bei der Kitesurf Trophy auf Fehmarn 2008 der erste Platz im Freestyle. Eine große Niederlage ist zum Beispiel ein total „vergeigter“ Heat.Was war das Peinlichste, was Du je erlebt hast?
Das Neuste ist mir gerade in St. Peter-Ording beim Kitesurf Worldcup passiert: Ich habe mich tagelang über die Touristen aufgeregt, welche mitten durch die Heats eiern. Dann war ich selbst kiten und hatte auf einmal richtig viel Platz und gute Bedingungen. Ich habe einen schönen Railey gemacht und landete direkt vorm Judge-Tower – im Halbfinale der Herren (lacht). Das war peinlich!
Was ist „wahrer Luxus“?
Ich denke wahrer Luxus ist dann, wenn man mit sich und seinem Leben richtig zufrieden ist.
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