Surf World Cup Sylt 2009: Sieger Klaas Voget trotzt den Naturgewalten
Der letzte Tag des Surf World Cups Sylt 2009 wurde am 4. Oktober von Unwetter und Sturmböen heimgesucht. Klaas Voget, Sieger der Herzen liess sich davon nicht einschüchtern.
Nicht einmal die erste schwere Sturmflut der Saison konnte dem Surf World Cup Sylt 2009 etwas anhaben: Am Finaltag am 4. Oktober trotzten Robby Naish (46 Jahre/24 WM-Titel) und Björn Dunkerbeck (40 Jahre/36 WM-Titel) den Naturgewalten und boten den zahlreichen Zuschauern Surf-Action der Extra-Klasse.
"Das sind die härtesten Bedingungen, bei denen ich je gestartet bin", sagte Robby Naish, bevor er sich am Sonntag bei Sturm in Orkanstärke und knapp sechs Meter hohen Wellen in die schäumende Nordsee stürzte. Naish und Dunkerbeck waren ein Jahrzehnt lang Konkurrenten, doch nun surften sie zusammen über meterhohe Wellen, vollführten Loopings und boten so eine eindrucksvolle Show.
"Man braucht viel Erfahrung, um überhaupt rauszukommen, aber es macht einen Riesenspaß", erklärte Dunkerbeck, der mit 83 Stundenkilometern den Speed-Weltrekord auf dem offenen Meer hält.
Einem Mann gelang es, in die Herzen der deutschen Fans zu springen und so zum Helden von Sylt zu werden: Klaas Voget zeigte eine schier unmenschliche Leistung und eroberte nach seiner Vorstellung den zweiten Platz. Insgesamt elf Mal ging der Hamburger an den Start, eliminierte nacheinander den dreifachen Wave-Champion Kauli Seadi (Brasilien) und den neuen Titelträger Josh Angulo (Kapverden). Doch die über fünf Meter hohen Wellen und mehr als acht Windstärken forderten nach über drei Stunden ununterbrochenen Wettkämpfen ihren Tribut.
Im Finale hatte der 30-Jährige Deutsche aufgrund seiner Krämpfe keine Chance mehr gegen den Spanier Alex Mussolini.
"Ich war am Ende total fertig, konnte kaum noch das Segel halten. Aber die Zuschauer haben mich immer wieder nach vorne gepeitscht. Und der zweite Platz hier und damit der Vierte in der Weltrangliste ist ein Super-Erfolg", freute sich der überglückliche Waverider.
Josh Angulo aus Kapverden wurde neuer Weltmeister, dem ein dritter Platz zum Gewinn seines ersten Titels reichte. Einen tollen Wettkampf bot auch Fabian Bruch aus Wilhelmshaven, der sich einen hervorragenden sechsten Platz sicherte. Jungstar Philip Köster, der zweitjüngste World Cup Sieger aller Zeiten, schied überraschend früh aus dem Rennen und wurde nur 33ster.
Bei den Damen holte sich Iballa Moreno aus Spanien zum zweiten Mal ihren Sieg auf Sylt. Ihre Zwillingsschwester Daida sicherte sich als Zweite ihren insgesamt 15. WM-Titel. Die Kielerin Steffi Wahl belegte einen guten siebten Platz und versprach: "Im nächsten Jahr fahre ich unter die Top Five."
Andre Paskowski aus Hamburg und Normen Günzlein aus Heiligenhafen teilten sich im Freestyle den neunten Platz. Während der Weltranglistensechsten Paskowski nicht ganz zufrieden war, freute sich Günzlein nach seiner furiosen Aufholjagd. "Ich habe in der zweiten Runde tolle Wettkämpfe gemacht und bin total happy", so der Freestyler.
Elton "Taty" Frans aus Bonaire gewann das Finale auf Westerland gegen seinen Landsmann Kiri Thode. Jose "Gollito" Estredo aus Venezuela ergatterte sich mit dem vierten Platz seinen dritten WM-Titel.
Der Franzose Antoine Albeau dominierte im Slalom beim Surf World Cup Sylt wie schon während der gesamten Saison. Der alte und neue Weltmeister siegte vor Björn Dunkerbeck, der im Verlauf der Rennen immer besser in Schwung kam, aber seinen elften Syltsieg auf das nächste Jahr verschieben muss. Ein wenig Pech hatte Bernd Flessner. Zweimal schrammte der Mann von Norderney nur knapp am Einzug in die Finalläufe vorbei, war als Zwanzigster aber bester Deutscher.
Trotz der überwiegend stürmischen Bedingungen kamen die Besucher zu Tausenden an den Brandenburger Strand, bejubelten die Wettkämpfe der besten Windsurfer der Welt und feierten abends Party bis in den frühen Morgen. Wie im vergangenen Jahr konnte die Besuchermarke von 200.000 geknackt werden. Der Colgate World Cup Sylt 2010 wird im kommenden Jahr vom 24. September bis zum 3. Oktober auf Westerland ausgetragen.
Der Windsurf World Cup Sylt gilt als das größte Windsurf-Event der Welt und genießt auf der PWA Worldtour als einzige Station den Status eines Super Grand Slams. 118 Aktive aus 32 Nationen gingen in den Disziplinen Waveriding, Freestyle und Slalom an den Start und kämpften um ein Gesamtpreisgeld von 105.000 Euro.
Noch keine Kommentare
















Hol Dir die News von massive-rides.de als kostenlosen RSS-Feed auf Deinen Rechner. 