Antoine Albeau: Süchtig nach Windsurfen
11 Weltmeistertitel, davon drei in 2007, Weltrekordhalter im Speedsurfen, der Franzose Antoine Albeau ist derzeit der unangefochtene Star des Windsurfens. Jetzt hat er auch noch den Geschwindigkeitsrekord gebrochen.
Wenn ein Sportler bereits elf Weltmeistertitel gewonnen und seine Konkurrenten über Jahre hinweg dominiert hat, welchen Antrieb mag er dann haben, immer noch weiter zu machen? Antoine Albeaus Motivation ist eine beeindruckende Mischung aus Adrenalin und Leidenschaft, die ihn befähigt noch schneller zu surfen, noch stürmischere Winde und noch höhere Wellen zu bändigen.
Tatsächlich hat er in 2007 drei Weltmeistertitel in den Disziplinen Speed, Slalom und Formula Windsurfing gewinnen können, aber damit ist er noch nicht zufrieden. Während seine Kontrahenten in den warmen Passatwinden Hawaiis trainierten, blieb Albeau im kalten europäischen Winter, um am „Masters of Speed“ Event, einem privaten Geschwindigkeitsrekordversuch teilzunehmen, der auf einem künstlichen Kanal in Saintes Maries de la Mer in Südfrankreich ausgetragen wird.
Der schnellste Mann auf dem Wasser
Dank dieser bei beängstigenden Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h erbrachten Leistung wird sein Name nun in die Analen des Weltsegelverbandes eingehen, dessen „World Sailing Speed Record Council WSSRC“ für die Anerkennung eines solchen Rekords zuständig ist. Dies ist schon allein deswegen eine beachtliche Leistung, da es seit 1972 erst vier Windsurfer in diesen elitären Club geschafft haben (Erik Beale, Pascal Maka, Thierry Bielak und Finian Maynard).
Der nächste Dunkerbeck
Elf Weltmeistertitel, einen schicken Geschwindigkeits-Weltrekord, was will man mehr? Wegen dieser Liste an Titeln ist Antoine Albeau mittlerweile zu einer Legende des Windsurfens geworden, wie zuvor Ausnahmetalente wie Robby Naish und Björn Dunkerbeck, die Idole, denen Antoine selbst nacheiferte, als er noch ein Teenager war.
Heute steht der Franzose mit diesen Ikonen des Sports, die ebenfalls beeindruckende Sammlungen an Titeln vorweisen können, auf einer Stufe. Während die 1980er Jahre von der Überlegenheit des US-Amerikaners Robby Naish geprägt waren und die 1990er von der überwältigenden Dominanz des Spaniers Björn Dunkerbeck, so ist Antoine Albeau definitiv der Mann des neuen Jahrzehnts.
Windsurfen liegt in der Familie
An das erste Mal, als er auf ein Windsurfboard stieg, kann sich der Weltmeister schon gar nicht mehr erinnern. Denkt er zurück, dann kommt es ihm so vor, als sei er schon immer gesurft. Tatsächlich war Windsurfen schon immer ein prägender Aspekt in seiner Familie. Sein Vater, Jean-Marie, war einer der ersten Windsurfer in Frankreich, nahm auch schon mit guten Ergebnissen an verschiedenen Wettkämpfen teil und gründete eine Windsurfingschule auf der île de Ré. Dabei sind die Gemeinsamkeiten zwischen Antoine Albeaus Familie und der von Björn Dunkerbeck beachtlich, hatten dessen Eltern doch auch eine Surfschule auf Gran Canaria.
Ist dies das Geheimnis, wie aus einem Jungen ein Champion wird? Vermutlich ja, vorausgesetzt die Leidenschaft wird nicht erdrückt. An der Seite seines Vaters und schon seit seiner Jugend, trat Antoine gegen die besten Windsurfer Frankreichs bei den nationalen Meisterschaften an. Schnell erkannten die „Älteren“, dass dieser robuste, junge Kerl bald einer der besten seinen würde, vor allem bei harten Bedingungen. Im Alter von 20 Jahren machte Antoine seine ersten Erfahrungen im internationalen Weltcup Zirkus, beobachtete seiner Zeit die Stars der Szene und sammelte die Erfahrungen, die er später brauchen würde, um seine Idole zu überholen. Aber „selbst wenn er unter den 20 Besten der Weltrangliste war, kam er zurück nach Hause und wurde dort von seinem Vater auf dem Wasser überholt”.













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